2026 07 16 Nach der ersten Runde vor 2 Tagen war ich so angefixt von dem Erleben der „alten Zeit“, dass ich heute früh direkt wieder nach Unna gefahren bin. Geschrieben hatte ich ja schon, dass ich den Bereich um den Rahlenbecksen Hof fotografieren wollte, genauer: Klosterstraße, Klosterwall und Gesellschaftsstraße.
Im Tagebuch meiner Mutter Maria Menne aus dem Jahr 2009 habe ich die folgende Seite gefunden. Zu dem Zeitpunkt war sie fast 84 Jahre jung.


Das war in unserer direkten Nachbarschaft. In meiner Kindheit gab es an der Klosterstraße, direkt am Rahlenbeckschen Hof, sog Gesindehäuser. Und unsere Waschküche. Die folgenden Fotos sind wieder vom Stadtarchiv Unna. Dankeschön! Als ich das folgende Fotos in der Email sah, wurde mir schon etwas schlecht. So sah das Haus 2 Jahre vor meiner Geburt aus. Der Gutshof quasi baufällig. 1Jahr später sah es dann schon besser aus. Im unteren Bild könnte man mich auch erkennen, wenn mein Freund daneben (Bernd?) mich nicht verdecken würde. Das Bild ist aus Mai 1964.







Ein harter Schnitt!
Geparkt habe ich in der Gesellschaftsstraße. Das erste Fotomotiv sprang mir quasi ins Auge. Irritiert war ich von den angezeigten Straßennamen. Kann es sein, dass der untere Teil der Klosterstraße jetzt zur Gesellschaftsstraße gehört? Zuhause recherchiert ist klar, dass das Schild 90 Grad gedreht werden müsste.
Als kleines Kind hörte ich immer wieder, dass wir in der Königstraße wohnen. Irgendwann war es die Gerhart-Hauptmann-Straße, unser Haus die Nummer 19. Jetzt gehört der „Rahlenbeckscher Hof“ zur Klosterstraße, Hausnummer 44. Auch wenn die Bewohner das Haus, damals wie heute, Richtung Klosterstraße verlassen, gehört es für mich doch zur Gerhart-Hauptmann-Straße. Das rechte Bild zeigt den Haupteingang.



Mein morgentlicher Rundgang begann etwa beim ehemaligen Zoohaus Bruns. Die Rolläden waren komplett geschlossen. Gibt es da noch etwas? Befreundet war ich früher mit der Tochter des Hauses (Kornelia?) Ihr Vater war „Konny“ Bruns. Während er das Zoogeschäft in Neheim-Hüsten leitete, war „Frau Bruns“ Chefin hier im Geschäft.





Gegenüber vom Haus Büren (AD 1605) war früher die Kohlenhandlung Gerwin. Dort kauften Eltern und meine Großmutter Kohle und Briketts. Ich erinnere, dass es meiner Oma, wenn sie mich dorthin schickte, immer wichtig war: „Es muss aber Antrazit sein“. Irgendwie habe ich im Kopf, dass ich mit den Kohlenschütten (Bild aus Wikipedia) unterwegs war, in jeder Hand eine. Der Weg war ja kurz. Hinter dem Gittertor (rechtes Bild) waren früher die Lager für Brennmaterialien. Das Büro war direkt an der Klosterstraße. Erst bezahlen, dann ins Lager.



Hinter Gerwin ging ich zum Klosterwall. Früher konnte man direkt durch die Kohlenhandlung zum Klosterwall, heute musste außen herum.










Besonders spannend war für uns die kleine Gasse zwichen dem Klosterwall und der Klosterstraße. Dort befand sich früher das Katharinenkloster mit Kapelle. Nachdem die katholische Gemeinde ihre neue Kirche hatte, wurde aus der Kapelle die jüdische Synagoge. Für mich war es immer etwas suspekt, wenn ich versuchte, mehr darüber zu erfahren. Es blieb immer nebulös. Keiner wollte uns Kindern Genaueres sagen. Nur eins war sicher: Dort ist jetzt die Druckerei Bresser. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es irgendwann ein Schild mit dem Hinweis auf die ehemalige Synagoge.

Zurück in der Klosterstraße ging es zur Gesellschaftsstraße, in die Rahlenbeckstraße und zur Schäferstraße, um dann wieder in der Gesellschaftsstraße zu landen.






In der Gesellschaftsstraße gab es den Sanitärhandel Klose. Frau Klose, die den Verkauf dort machte, war eine Freundin meiner Oma. Gegenüber waren die großen rückwärtigen Tore der Freiwilligen Feuerwehr und links daneben der Hauseingang für die Wohnungen darüber. Wenn uns Kindern der Weg von dort zum Rahlenbeckschen Hof zu weit war (Gesellschaftsstraße, Klosterstraße), dann hofften wir auf einen direkten Durchgang durch das Feuerwehrhaus. Manchmal klingelten wir und liefen dann schnell durch Haus nach Hause. „Klingelmännchen“ hies das früher.
Oben im Haus wohnten Sauerlands und Delbois. Herr Sauerland war der Feuerwehrchef und Herr Delboi sein erster Feuerwehrmann. Wenn es irgendwo in Unna brannte oder es einen Unfall gab, ging auf unserem Haus die Sirene los und Delboi sprang ins Feuerwehrauto mit Blaulicht und Martinshorn Richtung Gerhart-Hauptmann-Straße. Da war für alle Fußgänger oder Autofahrer Vorsicht angesagt. Mit Blaulicht und Martinshorn bretterte er, oft zunächst allein, Richtung Einsatzort.
Das letzte Foto in diesem Blog zeigt ein Ornament am Eckhaus zwischen Gesellschafts- und Rahlenbeckstraße. Unten im Erdgeschoss war früher ein „Tante-Emma-Laden“, oben wohnten Freunde meiner Eltern.

Im Blog 3 schreibe ich dann über den Bereich Gerhart-Hauptmann-Straße und Markt. Das dauert aber noch.
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