2026-06-29 Ich habe viele viele Opern gesehen, kann sie teilweise mitsprechen. Ich war etwa 6 Jahre alt, da hat mich meine Oma mit nach Dortmund ins Opernhaus genommen. Es gab „La Bohème“ von Puccini. Auch wenn ich damals fast nichts verstanden habe, war damit für den kleinen Reinhard eine große Liebe geboren, die bis heute anhält. Das, was ich gestern erleben durfte, war etwas gänzlich Neues. Keine Oper sondern ein ganzes Opernhaus! Als Fotograf in einem meiner Lieblingsopernhäuser.
Normalerweise lasse ich ja meine Fotos sprechen. Wenig Text! Diesem Blog muss ich aber meine Operngeschichte voranstellen.
Ich habe viele Opern an vielen Orten gesehen. Im In- und Ausland. „Unser Standardopernhaus“ ist das „Aalto-Theater“ in Essen. Das Repertoire ist immer gut, das Ensemble auch. Und es ist für uns gut erreichbar. Das ist mit der „Semperoper“ in Dresden, die wir in diesem Jahr zum ersten mal besuchten, anders. Sie hat neben der wunderbaren Architektur und dem Programm noch etwas sehr Besonderes: Für meine Partnerin Diane. Sie ist stark sehbehindert. Nach einer Aufführung von Verdi’s „La Traviata“ im Aalto-Theater fragte sie mich: „Gab es überhaupt eine Kulisse?“ Bitte? Ich war über die Frage sehr verblüfft. Aber als Sehender kommt man gar nicht darauf. Also suchte ich deutschlandweit nach einem Haus, in dem es, wie beim Sport, Audiodiskription gibt. Die Semperoper bietet es für Sehbehinderte an. Und dann auch noch die gleiche Oper. „La Traviata“ mit Audiodiskription. Also hin und genießen. Das war genial!
Irgendwann kommt man als Opernfan zu Richard Wagner. Seine Opern sind nicht seicht sondern schwer, meist lang und nicht für jeden geeignet. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mit meiner Tochter Mareike und Begleitung das erste Mal „Die Meistersinger“ in Dortmund erleben durfte. Etwa 4 1/2 Stunden plus Pausen. Die Gesichter unserer Begleitungen waren in der letzten Pause von Müdigkeit geprägt, während wir uns auf das Finale freuten.
Ich durfte Wagner, teilweise mit dem wunderbaren Daniel Barenboim, auch in Berlin erleben. Sowohl im „Deutschen Theater“ an der Bismarckstraße (Tristan und Isolde) als auch „Unter den Linden“ (Thannhäuser, Holländer, Lohengrin und, vor allem, Parsival). Parsival war meine erste Wagneroper – sehr gewöhnungsbedürftig nach der Zauberflöte, nach Puccini oder nach vielen Verdi-Opern. Vielleicht ist der Parsival für mich ja der Anfang und das Ende.
Schon lange hatte ich den Wunsch, eine Wagner-Oper in Bayreuth im Festspielhaus zu erleben. Für einen normalen Opernfan ist/war es nicht einfach, Karten zu bekommen. Zu meinem 50igsten Geburtstag bekam ich von meinen Kindern einen Gutschein für „Wagner in Bayreuth“. Ich musste tatsächlich 10 weitere JAHRE warten, bis der Wunsch in Erfüllung ging. Vermutlich erhielten wir die Karten aber auch deshalb, weil ich mit meiner damaligen Partnerin gleich den ganzen Ring gebucht hatten. 4 Opern an einem Stück, aufgeteilt in 2 Etappen. Vielleicht waren wir aber auch einfach dran. Danach gab es dann, vor ca 4 Jahren, „Die Meistersinger von Nürnberg“. Heute ist es wohl etwas leichter möglich, Karten zu erhalten. Im Moment hoffen wir noch auf Karten für „Parsival“.
Gesehen habe ich im Laufe meines „Opernlebens“ die 10 bekanntesten Wagneropern. Teilweise mehrfach.
Tja, und dann kam über Micha Pawiltzky eine Einladung vom Verein „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth .V.“ zum Fotoworkshop im Bayreuther Festspielhaus.

In einem meiner Sehnsuchtsorte hinter den Kulissen zu fotografieren, da musste ich direkt zugreifen. Gesagt, getan. Diese Karte konnte ich direkt ohne Wartezeit erwerben. Wunderbar!

Gelernt habe ich bei Micha Pawlitzky auch, dass manchmal ein gutes Foto ausreichend ist. Ich wollte mich in diesem Workshop beschränken. 10 Opern, die ich gesehen habe – 10 Fotos. Mehr sollte es nicht sein. Das ist gar nicht so einfach, schließlich gibt es dort so viele tolle Motive.
Es gab insgesamt 7 Stationen: Die Bühne, Maske, Magazin und Probebühne, Orchestergraben, das Foyer, Zuschauerraum, die Unterbühne. Jeweils 2 Fotograf*innen wurde ein ehrenamtliches Ensemblemitglied an die Seite gestellt. Ohne diese Unterstützung wären wir in diesem Haus sicher verloren gewesen. Vielen Dank dafür.
Unser Team startete auf der Hauptbühne. Dies ist mein Bild dazu.

Danach ging es in die Maske.

Part 3 waren Magazin und Probebühnen.


Im Foyer wollte ich eigentlich gar nicht fotografieren. Dann hatte unser Begleiter eine Idee. Er hatte einen kleinen Playmobil-Wagner nebst Notenständer und Noten dabei. Und da der Infoschalter nicht besetzt war, kam das Playmobilmännchen zu Einsatz.

Zuschauerraum und vordere Bühne waren die nächsten Stationen. Ich wollte den Orchestergraben und den Zuschauerbereich auf einem Bild haben. Vielleicht mein Lieblingsbild.

Die nächsten beiden Bilder sind im und aus dem Orchestergraben entstanden. Hier kam auch wieder „KleinRichard“ zum Zug.


Unsere letzte Station war die Unterbühne. Ich habe sie despektierlich als „Keller“ bezeichnet. Dabei ist sie viel mehr. Wenn ich richtig mitgezählt habe, gibt es etwa 4 Etagen. Unfassbar, wieviel Technik dort montiert ist. Man kann auch gut die Steinfundamente erkennen. Aber ich wollte ja nur „EINS“. Und das sollte das letzte sei. Also gut überlegen. Hier ist das Ergebnis:

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