Eiskaltes Blau

2025-01-09 Wach wurden wir heute bei Außentemperaturen um minus 30 Grad. Krass. Habe ich / Haben wir noch nie erlebt. Gestern bei der Abholung des Mietwagens waren wir noch sicher, dass die Temperatur bei ca 13 Grad minus liegt. Der Autoverleiher meinte: „Stimmt nicht. Wir haben minus 23 Grad. Sagt auch die PKW-Anzeige.“ Seitdem leben wir unter minus 20 Grad. Draussen natürlich. Bis auf eine kleine Ausnahme. Dazu später mehr.

Dieses Mal haben wir unsere Unterkunft im Fjordutsikten Motell (Link). Hier trifft man nur freundliche Menschen. Familienfreundlich und persönlich. Nach dem Frühstück ging es das erste Mal nach draussen. Zum gefrorenen Fjord, der hier direkt vor der Tür endet. Warm eingepackt natürlich. Sehr sehr kalt, aber auch wunderschön! Kalt? So kalt, dass ich, um für Diane ein Handyfoto zu machen, einen Handschuh ausziehen musste. Danach brauchte ich etwa 20 Minuten, um meinen Zeigefinger wieder warm zu bekommen.
Übrigens gibt es im Moment keine Sonne. Sie schafft es nicht bis zum Horizont. Gestern nach der Dialyse gegen 13.30 Uhr wurde es schon wieder dunkel. Um halb drei ist gefühlt Abend. Statt dessen strahlt der Mond den ganzen Tag vom Himmel.

Schau mal zur Tageslänge in Lakselv heute (25-01-09:

Hier sind die Fotos von Donnerstag früh:

25-01-10 Jetzt sind wir wieder bei der Dialyse und ich kann den 2. Blog schreiben.

Nun kann man hier in Norwegen auf den Straßen nicht einfach anhalten. Wir wurden während unserer ersten Winterreise mehrfach darauf angesprochen, dass es zu gefährlich sei, einfach am Straßenrand anzuhalten. Das sahen wir zwar anders, haben es aber „weitestgehend“ akzeptiert. Also suchten wir Plätze, an den wir fotografieren konnten, ohne auf der Straße zu stehen. Der geschobene Schnee am Straßenrand war etwa so hoch wie die Tische, die man im Sommer für ein Picknick nutzt. Was für uns den Vorteil hatte, dass man auf dem Tisch problemlos das Stativ aufbauen konnte und nicht aus der Hand fotografieren musste. Winterfotografie ist besonders. Vor allem bei diesen Temperaturen.

Abends trafen wir in unserem Motel einen Mann, der mit großer Fellmütze halb versunken sein Abendbrot zu sich nahm. Als er realisierte, dass weitere Menschen im Raum waren, nahm er die Mütze ab und begrüßte uns.

Unsere Frage, ob er auch hier wohnt, beantwortete er: „Yes, but not in the house. I have my own tent!“ „In a tent?“ Das konnten wir kaum glauben. Bei diesen Temperaturen. Dann meinte er, dass er in Deutschland bei minus 8 im Zelt war, in Schweden bei minus 16. „Maybe I habe since last night a new record!“ Bei minus 26 bis 30 in einem normalen Zelt. Außerhalb hat er lediglich einen Windschutz. Und so lebt er hier seit 2 Monaten. Utrolig!

So ist das mit unserem Kurzurlaub in Nordnorwegen. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, warum wir gerade in Lakselv sind:
Weil Diane dialysiert werden muss. Und das machen die Nurses hier wirklich wunderbar. Gleichzeitig gibt es auch einen großen Wermutstropfen: Die Dialyseeinheit hier soll im Februar geschlossen werden. Und dann? Warten wir es ab. Alta wäre eine Alternative. Die Hoffnung, vor allem die der Nurses, stirbt zuletzt.

Entdecke mehr von Renardum Fotografie

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen