Angekommen in der Kälte

2024-02-10 Beide Flüge hatten Verspätung. Der erste nach Oslo (-13 Grad) ca. 20 Minuten, dann weiter nach Tromsø (-7 Grad). Noch mal ca 30 Minuten. Kaum waren wir mit dem Gepäck auf dem Weg zum Taxi, da passierte es auch schon. Diane saß auf dem Hosenboden. Gefrorener Schnee und Eis direkt am Ausgang. Das hatten wir mal so gar nicht auf dem Plan. Und so ist es hier in Tromsø überall: Fest getretener Schnee, Eis überall, manchmal geräumt, sehr oft aber nicht. Löcher im Schnee, manchmal siehst du sie, oft aber auch nicht. Manchmal gibt es Split, fast überall Unebenheiten auf Fußgängerwegen. Viele „Huckel“! Da ist jeder für sich selbst verantwortlich. Und so ist man auch unterwegs. Jeder rutscht hier dann und wann. Oft ist die Straße der sicherste Weg. Manchmal wird es dann so gelöst:


Das ist die eine Seite. Die andere ist: Es ist toll hier. Sehr kalt aber auch sehr klare Luft. So haben wir es heute früh empfunden, als wir nach dem Frühstück die erste kleine Runde Richtung Hafen gegangen sind. Geradezu euphorisch! Tolle Luft und tolles Licht! Winterwonderland wie wir es mit „echtem Schnee“ kaum noch kennen. Kein Kunstschnee, alles echt!

Heute früh hatten wir -7 Grad. Vielleicht kann man die Kälte auf den Bildern sogar sehen. Aber die Kälte ist nicht alles. Durch den Wind werden -7 schnell auch zu minus 14/15 Grad. Zwischen den Häusern in der City merkt man das aber nicht so. Vor allem, wenn die Sonne scheint.
In der Stadt haben wir einen Wettkampf gesehen, den es wohl nur hier oben in Nordnorwegen gibt. Was das wohl ist? Auf dem Domplatz mitten in Tromsø:

Die Teilnehmer*innen versuchten theoretisch (und absolut ernsthaft!), mit ihren Seilen Rentiere zu fangen. Als Ersatzrentiere mussten die gekrümmten Holme der Parkbänke herhalten. Eine „Sportart“, von der wir vorher nie etwas gehört oder gesehen haben. Eine alte samische Tradition.

Nachmittags wollten wir auf den Berg. In Tromsø gibt es die Seilbahn „Fjellheisen“ die uns in wenigen Minuten auf den „Storsteinen“ bringt. Wenige Minuten? Relativ. Dort waren so viele Menschen, dass wir ca. 1 Stunde warten mussten, um überhaupt zur Gondel zu kommen. Dazu kamen vorher noch ca. 20 Minuten, die wir bergauf gelaufen sind, um überhaupt dorthin zu kommen. Diane war ganz kurz vor der Kapitulation. „Ich habe einfach keine Luft mehr bekommen.“ sagte sie später. Aber der Aufwand hatte sich gelohnt, wie die folgenden Bilder zeigen. Allerdings waren wir beide, als wir wieder in der Stadt waren, total durchgefroren und geschafft. Für uns quasi der erste echte Kältetest, bevor es morgen, Sonntag weiter Richtung Nordkap und nach Lakselv zum Dialysieren geht.

… und dann war da noch die Sache mit den Nordlichtern. Die haben wir für heute erst einmal erledigt. Dafür sind wir heute wirklich zu geschafft oder, wie Diane sagen würde:
„Tutti-kaputti!“

Die kommen dann hoffentlich in den nächsten Tagen.

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